In Böen auch Windstärke zwölf!

Ansturm aufs Händel-Konzert in Pattensen – Windstärke 11 begeisterte

haendel1Pattensen. Georg Friedrich Händel – der Name dieses Komponisten geht unüberhörbar ins Ohr, wenn das Bläserensemble das große „Halleluja“ anstimmt. So geschehen am Wochenende in der St.-Gertrud-Kirche zu Pattensen. Die Stiftung „Kirche mit Zukunft“ hatte zu diesem Abend geladen, und um die 380 Gäste kamen. Das Kuratorium zeigte sich überwältigt von dem Ansturm – und von der brillanten Bläserleistung von Windstärke 11, einem Bläserensemble unter Leitung von Uwe Hartmann, das in Böen auch Windstärke zwölf erreichte. Am Ende des zweistündigen Wechsels von Wort und Klang – der Winsener Journalist Martin Teske hatte den Wort-Part übernommen – stand ein Riesenbeifall, der sich am Ausgang in 1872 Euro für die Stiftung niederschlug.
Mit dem Marsch der Königlichen Garde aus der Oper „Rinaldo“ präsentieren sich die Bläser selbstbewusst. Dieses Stück werde bis heute auf erstrangigen Staatsempfängen in London gespielt, erläutert Teske und nimmt zwischendurch immer wieder das Wort, um die einzelnen Werke, aber auch bisweilen amüsante Episoden aus dem Leben des Komponisten zu schildern. „Als ob er ihn persönlich kennt“, komplimentiert Hasso Ernst Neven aus Egestorf in der Pause, in der sich die Gäste mit Wein und Knabbereien delektierten. „Ich finde es schön, dass ich etwas über die einzelnen Werke in so launiger Weise erfahre“, lächelt Barbara Seidenkranz aus Winsen.
Bedenken, dass die zwölf Bläser zu mächtig für die Pattensener Kirche seien, zerstreuen sich schnell, sogar in der ersten Reihe. Man wippt die Sarabande mit, wogt im Takt des Menuetts, genießt die majestätischen Klänge aus Feuerwerks- und Wassermusik. Zwischendurch mischt sich Teske an der Orgel mit leiseren Stücken ein, um anschließend von der Empore aus weiter zu erzählen – auch über ganz persönliche Begegnungen mit dem Händel-Werk.
„Viele seiner Kompositionen haben einen geschichtlichen Hintergrund“, erzählt er und weist auf in Episode im österreichischen Erbfolgekrieg hin, unter dessen Eindruck Händel das Dettinger Te Deum geschrieben hat. „Habe ich alles mal gelernt im Geschichtsunterricht. Schön, wenn man jetzt so klangvoll daran erinnert wird“, schmunzelt Dr. Manfred Hintze aus Ashausen und nimmt einen Schluck vom Stiftungswein „Schoppen der Hoffnung“.
„Live is live“, entschuldigt sich Teske, als er einen der festlichen Märsche aus Händel-Opern versehentlich übergeht. Die Gäste lachen über die kleine Macke, und sie behalten diese Fröhlichkeit, selbst als das Konzert eine Viertelstunde länger wird als geplant.
Pastor Bernhard Jess, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums, spricht nach dem gewaltigen „Amen“ aus Händels „Messias“ den Segen. Zuvor hat sein Stellvertreter Wilfried Scherwinsky den Beteiligten gedankt und ihnen den Stiftungswein mit einer Rose überreicht. Windstärke 11 revanchiert sich mit einer neckischen doppelchörigen Zugabe, bevor die Besucher den Abend mit einem Glas Wein ausklingen lassen. Einen Ohrwurm hat so ziemlich jeder mit nach Hause genommen: das „Halleluja“, die „Hornpipe“ das „Menuett“ oder die Arie „Er weidet seine Herde“ wird auf dem Heimweg gesummt oder gepfiffen. Ein Abend mit Pfiff, und das Kuratorium fasst das als Hinweis auf, mit dieser Kombination aus Wort und Klang weiter zu machen, verspricht Jess, als er die Kirchentür abschlie